Jahresstatistik 2022: Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung

Für die Menschen, die unsere Hilfe benötigen, konnte auch im Jahr 2022 viel erreicht werden. Jeder Standort der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung hat dazu beigetragen, so dass die Hilfe der Malteser in Summe sehr wirksam und sichtbar war. 
Der besondere Dank gilt allen ehrenamtlich tätigen Ärztinnen und Ärzten sowie den zahlreichen Helfenden in der Patientenversorgung und -verwaltung. Ihr Engagement und Ihre Zeit, die Sie für die Patientinnen und Patienten einbringen, ist und bleibt das „Grundkapital“ der MMM. Herzlichen Dank!

Das pandemische Infektionsgeschehen hat uns auch am Beginn des Jahres 2022 begleitet. In den drei Pandemiejahren haben die Standorte viele Erfahrungen gesammelt, um mit dieser oder auch neuen Herausforderungen wie z.B. den Geflüchteten aus der Ukraine, die unsere Einrichtungen aufgesucht haben, umgehen zu können. Die in den vergangenen Jahren durchgeführten baulichen Veränderungen und angepassten Abläufe der Einrichtungen haben weiterhin dafür gesorgt, dass keiner der Standorte geschlossen werden musste, und die medizinische Versorgung der Hilfesuchenden gewährleistet werden konnte. 

Hinweis: im Folgenden stehen die Zahlen aus 2021 in Klammern

Notfallfonds

Eine große Unterstützung im vergangenen Jahr erfuhr die MMM durch die Einrichtung eines Notfallfonds. Mit Hilfe dieses Fonds konnte Menschen mit unterschiedlichen Krankheiten geholfen werden, die nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. Von chirurgischen Eingriffen (z.B. Operation eines nicht reponiblen Leistenbruchs oder Entfernung von Abszessen), zahnärztlicher Behandlungen (Versorgung von schmerzenden Lückengebissen durch Brücken) bis zur Tumorbekämpfung (Operation und/oder Chemotherapie). All die Hilfen konnten durch den Notfallfonds finanziert werden und sind somit direkt unseren PatientInnen zu Gute gekommen. Das Volumen von 80.000 Euro wurde fast ausgeschöpft.

Erstkontakte

Im Jahr 2022 gab es insgesamt 6.455 (5.611) Erstkontakte. Dies bedeutet eine Steigerung um rd. 13% zum Vorjahr. Wiedervorgestellt haben sich 8.630 (7.500) Patienten. Damit kam es insgesamt zu 15.085 (13.111) Gesamtkontakten.

Altersverteilung

Die Altersverteilung ist in Gruppen zusammengefasst. Nach dem im letzten Jahr in der Altersgruppe der über 60-jährigen Patientinnen und Patienten ein Rückgang zu verzeichnen war, ist die Zahl wieder gestiegen. Auffällig ist, dass sowohl bei den Hilfesuchenden unter 18 Jahren, als auch in der Altersgruppe über 60 Jahre ein deutlich höherer Zuwachs an Patienten zu verzeichnen ist, als in der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren.
Es zeigt sich folgendes Bild:

  • 1.055 (738) Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre wurden behandelt. 
  • Bei der Personengruppe der 18 bis 60 jährigen konnten 4.465 (4.305) Hilfesuchende versorgt werden.
  • Bei den über 60jährigen Menschen haben sich 975 (568) vorgestellt.

Geschlecht

Nachdem im Jahr 2021 die war die Geschlechterverteilung fast gleich war, zeigt sich im vergangenen Jahr eine größere Differenz. Von den 6.455 Erstkontakten waren 3.452 (2.817) weiblich, 3.002 (2.788) männlich und eine Person gab divers als Geschlecht an. Im Vergleich zum Vorjahr sind rd. 214 mehr Männer und rd. 635 mehr Frauen in die Sprechstunden gekommen.

Schwangere

Von den 3.452 Patientinnen waren 802 (849) schwanger, dies entspricht einem Anteil von rd. 23,2 %. 610 (728) von ihnen wurden begleitet. Die anderen Schwangeren wurden an externe Einrichtungen vermittelt.

Herkunft

Die Herkunft der 6.455 Erstkontakte, die erstmals eine unserer Einrichtungen aufsuchten, ist nach Kontinenten eingeteilt. Das europäische Gebiet umfasst Deutschland, Europäische Union (EU) und übriges Europa. Daneben findet man bei der Herkunft der Patientinnen und Patienten Afrika, Asien, Lateinamerika und übrige Staaten. 
Auffällig ist, dass sich die Anzahl der Patientinnen und Patienten aus den „übrigen“ Europa von 886 im Jahr 2021 auf 1.589 im Jahr 2022 fast verdoppelt hat. Die Ursache liegt vermutlich am Krieg in der Ukraine. 
Hier die konkreten Zahlen:

  • 664 (728) deutsche Staatsbürger ohne Krankenversicherung suchten unsere Standorte auf, das entspricht etwa 10,2 % der Erstkontakte.
  • Mit 1.759 (1.707) Menschen aus der EU (ohne Deutschland) stellte diese Gruppe den größten Anteil an Patienten, das sind rd. 27,2 %.
  • Aus afrikanischen Ländern haben im vergangenen Jahr 1.023 (881), also rd. 15,7 % Menschen unsere Hilfe in Anspruch genommen.
  • 1.127 (1.058) waren asiatischer Herkunft, das sind ca. 18,9 %.
  • Aus dem übrigen Europa kamen 1.589 (886) Patienten, das sind knapp 15,8 %.
  • 6,2 % kamen aus Lateinamerika und anderen Länder, konkret 293 (351) Hilfesuchende.
     

Aufenthaltsrechtlicher Status

3.293 (3.050) der Patientinnen und Patienten hatten einen legalen Aufenthaltsstatus, während 1.750 (1.124) ohne Status unsere Standorte aufsuchten. Keine Angaben machten 1.412 (1.437).

Ehrenamtliche

Trotz einiger personeller Änderungen in den einzelnen Standorten (z.B. durch Beendigung ihrer ärztlichen Tätigkeiten) konnte durch Neugewinnung die Anzahl der Ehrenamtlichen mit 345 (295) ansteigen.